Superkompensation

von / Freitag, 08 Januar 2016 / Veröffentlicht inAllgemein
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Als erstes Blogthema möchten wir Ihnen das absolut wesentlichste und grundlegenste Prinzip eines jeden Trainings und – im übertragenen Sinne – auch jeder (Physio-)therapeutischen Maßnahme näher bringen: das Prinzip der „Superkompensation“. Nun möchten wir Sie aber nicht mit Definitionen langweilen – daher formulieren wir es einmal mit eigenen Worten.

Um die Beschreibung noch ein wenig plastischer zu machen, nehmen wir hier einmal das Training eines Muskels heraus, durch welches sich unter anderem auch eine bessere Stabilisierung der Wirbelsäule bei Rücken- oder Nackenschmerzen erreichen lässt.

Reizgestaltung

Wann immer Sie an und in Ihrem Körper etwas ändern wollen oder müssen, so müssen Sie ihm einen geeigneten Reiz dafür geben.

Ein geeigneter Reiz hat zwei wesentliche Eigenschaften:

1. Er muss „spezifisch“ sein. Das heißt, er muss vor allem einmal direkt oder indirekt die Zielmuskulatur betreffen. So hilft Joggen eben nicht bei der Stabilisierung der Lendenwirbelsäule bei Rückenschmerzen.

2. Er muss „überschwellig“ sein. Sie müssen Ihrem Körper also einen Reiz setzen, der über dem Alltagsniveau liegt. Grob gesprochen ist die Anpassung umso deutlicher, je höher der Reiz über dem Alltagsniveau liegt. Hier ist aber natürlich auch Vorsicht geboten.

Superkompensation

Nun aber zur eigentlichen Superkompensation: Wenn Sie einen Muskel trainieren, dann wird der anfangs erholte Muskel aufgrund des eben beschriebenen überschwelligen Reizes mit der Zeit „ermüden“. Das heißt, er kann seine Arbeit nicht mehr mit der gewollten Qualität fortführen. Wenn man es also genau betrachtet, so wird der Muskel während des Training vorübergehend sogar schwächer. Im Anschluss aber erholt sich der Muskel und wird über das Ausgangsniveau hinaus kräftiger. Dies ist die „Superkompensation“. Der Muskel wird nach einer Beanspruchung also erst in der anschließenden Pause kräftiger. Pausiert man bis zum nächsten Training zu lange, so ist dieser Effekt wieder verloren gegangen – der Muskel ist wieder so kräftig wie zuvor. Hier ist also eine exakte Einhaltung der Trainingseinheiten und deren Pausen notwendig.

Es deutet sich vielleicht schon an, dass die Trainingssteuerung ein sehr komplexes Thema ist, bei welchem man sich einem professionellen Trainer oder Therapeuten anvertrauen sollte.

Das Prinzip der Superkompensation gilt im Training und der Therapie immer! Gleich ob Sie die Ausdauer trainieren, Gleichgewichts- oder Krafttraining betreiben oder eine Therapie wahrnehmen.

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